30.12.2007

Wieder geht ein Jahr zu Ende.





Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Römer 8,38-39





Wieder geht ein Jahr zu Ende. Wieder einmal hat unsere alte Erde ihre immer gleichen Bahnen um die Sonne gezogen und hat sich dabei 365 Mal um ihre eigene Achse gedreht. Nun sitzen wir am Silvestertag zusammen, um am Jahresende illusionslos Rückblick zu halten und Bilanz zu ziehen. Was hat es gebracht dieses Jahr? Ist das Leben ein ewiges Im-Kreis-herumfahren? Sinnloser Leerlauf? Vielleicht sogar ein elender Teufelskreis? Dabei hält es mancher ganz schlicht mit dem Dichter Erich Kästner: „Wird's besser, wird's schlimmer? - so fragt man alljährlich, seien wir ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich.“ Was soll's also, man dreht eben weiter seine Kreise mit dieser Welt und in dieser Welt. Es wird Abend und Morgen. Gute und schwere Erfahrungen gehören halt dazu. Was mit dem neuen Jahr kommt, weiß niemand. Heute Nacht knallen jedenfalls die Feuerwerksraketen und die Korken der Sektflaschen. Heute schaut man besinnlich zurück und wünscht sich für Morgen ein glückliches neues Jahr.

Aber nun platzt da einer so mitten hinein, in die wehmütige und weinselige Stimmung eines Silvesterabends. Der Apostel Paulus nämlich mit einem überschwänglichen Siegeslied. „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ So schreibt er in seinem Römerbrief im 8. Kapitel, Vers 38 und 39. Mit seiner übermütigen Freude, mit seiner verwegenen Gewissheit wirbelt er unsere kleine bürgerliche Alltagswelt und unsere bescheidenen Neujahrswünsche durcheinander.

Nicht dass Paulus ein unverbesserlicher Optimist wäre. Er wusste um die Gefährdungen und Anfechtungen des Lebens, um das Ringen zwischen Glauben und Unglauben. Aber Paulus verzweifelt nicht an den Leiden seines Lebens und den Nöten dieser Welt, weil er auf Grund seines Glaubens den Durchblick hat. Durch alle Verwirrung dieser Zeit und in den eigenen Irrungen weiß Paulus um das Fundament, das seinem Leben Gewissheit gibt.

Der griechische Denker und Mathematiker Archimedes hat vergeblich den Punkt gesucht, von dem aus er die Welt aus den Angeln heben könnte. Paulus hat diesen Punkt gefunden: das Kreuz Jesu Christi. Hier ist die Stelle, an der Gott die Welt aus den Angeln gehoben hat. Hier wir der Durchblick des Glaubens eröffnet, der die Welt überwindet. Gottes Liebe trägt – durch alle Abgründe des Lebens.

Dass Gott seine Liebe in Jesus Christus unverbrüchlich allen Menschen zugewandt hat, das ist die eigentliche Zeitenwende - nicht unsere Silvesterfeiern. Am Kreuz Jesu Christi hat Gott die Zeit mit der Ewigkeit versöhnt. Zeit und Ewigkeit, das Diesseits und Jenseits unserer Jahre sind von Gottes Liebe umgriffen. Darum gehen wir mutig und gewiss in das Jahr 2008, denn auch über dieser Zeitenschwelle steht „Anno Domini“ - Jahr des Herrn.

Autor: Pastor Dr. Erhard Berneburg



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Allen ein Gutes Neues Jahr und Gottes reichen Segen !!!



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