Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.
Römer 11,29
Römer 11,29
Wir Menschen sind doch äußerst wankelmütig. Eben noch bin ich Feuer und Flamme für einen guten Freund, dann tut er etwas, was ich nicht nachvollziehen und verstehen kann - und schon ist’ s aus mit meiner Freundschaft. Ganz so schnell muss es nicht immer gehen, aber manchmal reut einen schon, wie man sich für jemand anderen eingesetzt hat. Der andere würdigt meinen Einsatz nicht genug. Ich komme mir ziemlich blöd vor. Was habe ich nicht alles gemacht für ihn - und jetzt das. Er hat es nicht verdient. Und ich werde künftig darauf achten, dass ich meine Kräfte nicht mehr an einen Menschen wie ich verschwende.
Ich bin ja auch nur ein Mensch. Eben – das ist das Problem. Als Mensch handle ich menschlich. Eine Hand wäscht die andere. Und selbstlos sein, das kann ich mir auf Dauer nicht leisten. Ich bereue schnell, dass ich so gefällig war, manchmal sogar dann, wenn ich eigentlich schon lang keine Kraft mehr dafür hatte. Und wer hilft mir jetzt, wer sorgt dafür, dass ich am Ende nicht der Dumme bin?
Gut, dass Gott sich mir gegenüber nicht so wankelmütig verhält. Sonst hätte ich schnell verloren. Denn ich enttäusche ihn oft, mit meinem Reden, Denken und Tun. Eigentlich hätte er längst Grund, sich von mir abzuwenden. Aber er bereut nicht, dass ich bin. Ich bin von ihm geliebt. Und was er mir gegeben hat an Gaben, Berufung, Können und Zeit, das will er nicht zurück. Paulus schreibt den Römern ins Stammbuch: "Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen."
Zwei Dinge erkenne ich aus diesem schlichten Satz. Zum einen steht Gott auf meiner Seite. Zweitens heißt das, er hat mich begabt, damit ich meine Gaben einsetze auch für andere. Er freut sich, wenn ich das tue, unabhängig von dem, was vielleicht vom anderen dafür zurückkommt.

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