16.01.2008

Der Herr ist gnädig und barmherzig !!


Der Herr, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, wenn ihr euch zu ihm bekehrt.
2. Chronik 30,9

Jesus sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Markus 1,15



Moment mal – höre ich da eine Bedingung heraus? „Wenn ihr euch zu ihm bekehrt“? Bekehrung klingt veraltet. Bekehrung geht davon aus, dass etwas mit mir nicht in Ordnung ist. Aber: Ich bin okay, du bist okay - oder? Zu Gott bekehren – muss das denn sein?

Viel lieber höre ich die Worte: „Der Herr, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden“ - das tut gut! So einen Gott hätte ich gern. Ein Gott, der gnädig ist und „fünfe gerade sein lässt“. Ein Gott, der barmherzig ist, was auch immer wir tun oder unterlassen. Ein Gott, der sein Angesicht nicht von uns wendet, sondern uns immer freundlich ansieht: Ein gnädiger Blick, der uns nichts kostet - nicht einmal eine Bekehrung zu Gott.

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer beschreibt in seinem Buch „Nachfolge“ diese Vorstellung von Gottes Gnade als „billige Gnade“: „Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament“ – eine „Gnade ohne Preis, ohne Kosten“. Wozu noch zu Gott bekehren, „weil Gnade doch alles allein tut“? „Darum kann alles beim Alten bleiben.“

Aber kann wirklich alles beim Alten bleiben? Heißt es nicht: „Wenn ihr euch zu Gott bekehrt“? „Gott ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden“ – das wird uns versprochen. Aber es hat seinen Preis, weshalb Dietrich Bonhoeffer von der „teuren Gnade“ spricht: „Teuer ist sie, weil sie in die Nachfolge ruft, Gnade ist sie, weil sie in die Nachfolge Jesu Christi ruft.“ Wer diesen Ruf hört und ihm folgt, bekehrt sich zu Gott.

Und Gott hat in die teure Gnade viel investiert: „Teuer ist sie, weil sie dem Menschen [der sich bekehrt] das Leben kostet, Gnade ist sie, weil sie ihm so das Leben erst schenkt.“ „Teuer ist die Gnade vor allem darum, weil sie Gott teuer gewesen ist, weil sie Gott das Leben seines Sohnes gekostet hat ... und weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist.“

Wer bereit ist, das zu verstehen, kann gar nicht anders, als sich zu Gott zu bekehren – aus Dankbarkeit Gott gegenüber, der durch seinen Sohn Jesus Christus zeigt: Gott ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von uns wenden. Wann kann ein Mensch sich bekehren und diese Erfahrung der Gnade Gottes machen? - Sofort! Denn Jesus Christus sagt: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ (Markus 1,15)

Das Evangelium, die gute Nachricht von der Gnade Gottes, ist unsere Buße wert. Buße allerdings nicht im Sinne einer Bußleistung, die wir erbringen könnten. Buße bedeutet, sein Denken zu verändern und die gute Nachricht von der Gnade Gottes dankbar anzunehmen. Wer Buße tut, sich bekehrt, wird Buße und Bekehrung nicht als veraltet abtun, sondern als die Chance für die eigene Zukunft begreifen. Diese Zukunft ist gebunden an den Herrn und Gott, der gnädig und barmherzig ist, und sein Angesicht nicht von uns wenden wird, wenn wir uns zu ihm bekehren. Diese Zukunft beginnt schon heute, wenn Jesus Christus sagt: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“

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