Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Matthäus 5,17
Es gibt eine Geschichte, - sie stammt wohl aus England -, die hat mich sehr beeindruckt. Eine junge Frau, namens Sally hat während ihres Theologiestudiums eine interessante Erfahrung gemacht.
Eines Tages kam sie zum Seminar und ahnte sogleich dass sie heute einen besonderen Unterricht erleben würde. Die Stunde wurde von einem Professor gehalten, der bekannt war für seine ausführlichen und praktischen Lektionen. An einer Wand des Seminarraums war eine große Zielscheibe angebracht, und an einem nahe platzierten Tisch lagen viele Dartpfeile. Der Professor bat die Studenten, ein Bild von jemandem zu zeichnen, den sie nicht mochten oder der sie zornig gemacht hatte. Er würde ihnen anschließend erlauben, auf das Bild dieser Person Dartpfeile zu werfen.
Sallys Freundin zeichnete ein Bild von dem Mädchen, das ihr den Freund ausgespannt hatte. Ein anderer Freund zeichnete ein Bild von einem Dozenten, der ihn benachteiligte. Sally zeichnete ein Bild eines Nachbarjungen, der ihr ständig schlimme Streiche spielte. Die Klasse stellte sich der Reihe nach auf und begann, mit den Pfeilen zu werfen. Einige der Studenten warfen sie mit solcher Kraft, dass ihr Ziel zerfetzt wurde. Sally wartete gespannt auf den Moment, wann sie drankäme. Doch groß war ihre Enttäuschung, als der Professor aus Zeitgründen die Studenten bat, auf ihre Sitze zurückzukehren.
In Sally stieg Zorn hoch, weil sie keine Chance hatte, auch nur einen Dartpfeil auf ihr Ziel zu werfen. Da begann der Professor, die Zielscheibe von der Wand zu entfernen und darunter kam das Bild von Jesus zum Vorschein. Ein Raunen ging durch den Raum, während jeder Student das zerfetzte Bild von Jesus ansah; Löcher und zerklüftete Narben bedeckten sein Gesicht, und seine Augen waren durchbohrt. Der Professor sagte nur diese Worte: "Fürwahr, er lud auf sich unsere Schmerzen; wir hielten ihn für den, der von Gott zerschlagen wäre, aber unsere Sünde hat ihn verwundet!" - Ein Vers aus dem Prophetenbuch Jesaja, Kapitel 53.
Mir hilft diese Geschichte, zu entdecken, wer Jesus Christus ist. Er ist gekommen, um zu erfüllen. Sein Gekommensein ist die Kehrseite des göttlichen: "Ich habe gesandt!" Der von Gott versprochene und gesandte, ist der als Jesus Christus gekommene Retter. Was im Prophetenbuch Jesaja beschrieben ist, hat sich erfüllt. Jesus Christus ist der so genannte Gottesknecht, der stellvertretend alle menschliche Schuld auf sich nimmt und den Tod am Kreuz stirbt. So erfüllt er Gottes Auftrag. Denn dazu ist er gekommen, nicht aufzulösen, sondern zu erfüllen.
So heißt es im Matthäus-Evangelium von Jesus: "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetzt oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."

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