25.03.2008

HIMMEL & ERDE

Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da.
Jesaja 48,13



Das klingt auf den ersten Blick so harmlos und so weit weg von unseren heutigen Fragen. Aber wenn wir mal genau in hinschauen und das Umfeld unseres Bibelwortes ansehen, dann entdecken wir eine spannende Geschichte, die uns plötzlich ganz nahe kommt. Aber der Reihe nach:

Das Prophetenwort gilt für die Zeit der babylonischen Gefangenschaft – als ein Großteil des Volkes Israel verschleppt in Babel leben musste. Babel war damals die absolute Weltmacht. Wer dorthin kam, hatte keine Zukunft. An Rückkehr war nicht mehr zu denken. Sie haben sich allmählich mit der verfahrenen Situation abgefunden. Was anders können sie gar nicht mehr denken.

Aber Gott sieht das anders, er will seinem Volk wieder gnädig sein. Es wird eine Lösung geben. Das ist die Prophetenbotschaft. Ich stelle mir vor, wie die Leute ungläubig den Kopf schütteln und nur sagen: Unmöglich! Geht doch gar nicht.

In Jesaja 45 lässt Gott ansagen, dass er dem Perserkönig Kyros den Auftrag gegeben habe, Babel zu erobern. Und da heißt es dann "um Jakobs, meines Knechtes willen". Das bedeutet, Gott bewegt die damalige Weltgeschichte, um zu seinem Ziel zu kommen. Babel wird fallen, die Perser werden die neuen Herren sein, und Israel darf nach Hause. Zu schön, um wahr zu sein, sagen die Leute.

Geht doch gar nicht. Und Gott kontert mit dem Wort, das wir heute zum Thema gemacht haben: "Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da."

Das will doch heißen: Was soll das Gerede von Sachzwängen und Unmöglichkeiten bei einem Gott, der die ganze Welt aus dem Nichts geschaffen hat. Wer so etwas kann, wird doch nicht vor ein paar tausend babylonischen Elitesoldaten kapitulieren!

Aber Israel bleibt innerhalb seines Denksystems, innerhalb der eigenen Erfahrungen. Nur das zählt, was sie sich vorstellen können. Gott setzt den Hebel aber von außen an. Vom Perserkönig Kyros mit seiner gewaltigen Macht hatten sie wahrscheinlich noch nichts gehört. Aber 539 vor Christus geschah es dann wirklich – Babel fiel, sogar kampflos. Die unbezwingbare Großmacht war über Nacht am Ende.

Irgendwie kommt uns so etwas in Europa doch sehr bekannt vor. Aber halten wir uns nicht bei der großen Politik auf, schauen wir unser eigenes Leben mal an:

Manche von uns haben sich über Jahre so sehr an verfahrene Situationen gewöhnt, dass sie eine Veränderung gar nicht mehr für denkbar halten. Innerhalb des Erfahrungshorizontes haben sie natürlich Recht – aber Gott sprengt sehr gerne unseren menschlichen Erfahrungshorizont und setzt den Hebel von außen an. Damals war es Kyros. In unserem Leben kann es ganz andere Veränderungen geben:

Wir haben vor kurzem einen Mann zu Grabe getragen, der Jahrzehnte seines Lebens ein hoffnungsloser Alkoholiker war, oft in der Gosse lag und sein ganzes Leben verpfuscht hatte. Es gab keinen Ansatz zur Veränderung. Aber als er dann Christ geworden war, schenkte ihm Gott eine unglaubliche Energie, sein Leben neu zu gestalten, und jedem musste er erzählen, wo er einmal war und was Jesus aus ihm gemacht hatte – allen Erfahrungswerten und Prognosen zuwider.

Was immer für uns unvorstellbar erscheint – Gott kann es schaffen. Ihm, der Himmel und Erde ins Dasein gerufen hat, sind auch unsere Probleme nicht zu schwer. Sich daran zu klammern, ist keine Schande. Ich möchte mich gern an den Gott halten, der mir sagen lässt: "Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da."

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