25.03.2008

SUPERSTARKE HILFE

Ich weiß, dass der Herr des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird.
Psalm 140,13



Tag für Tag werden Menschen gemobbt, verleumdet, gehasst und gedemütigt – überall auf dieser Welt und mitten unter uns. Am Arbeitsplatz, in der Schule, im Kindergarten, in der Ehe und Familie, unter Freunden – selbst in der Gemeinde des Herrn. Sie werden verächtlich gemacht und ihre Würde wird mit Füßen getreten. Und sie können sich nicht wehren, weil sie weder die Kraft noch die Macht dazu haben. Sie müssen es sich gefallen lassen, wie man sie behandelt. Meist ist niemand da, der ihnen beisteht und sie in Schutz nimmt. Niemand, der ihnen zu ihrem Recht verhilft.

Boshafte Menschen, die anderen das Leben schwer machen, gibt es überall. Ihr Kopf steckt voll von bösen Plänen, ständig brechen sie Streit vom Zaun. Sie sind gefährlich wie züngelnde Schlangen. Sie reden mit spitzer Zunge, und was über ihre Lippen kommt, ist bösartig und todbringend wie Schlangengift. Diesen überheblichen Leuten ist jedes Mittel recht, mich zu Fall zu bringen. Hinterlistig haben sie mir Fallen gestellt – so beschreibt der Beter im Psalm 140 seine leidvollen Erfahrungen.

Nicht wahr: Wer hilft schon den unzähligen Elenden, denen man in dieser Welt nicht nur ihr Recht nimmt, sondern auch ihre Würde? Wer führt des Elenden Sache und schafft ihnen Recht? Nur selten geschieht es, dass sich jemand für sie einsetzt und stark macht. Am besten, man kümmert sich nicht darum – schließlich hat man selber genug Probleme, die das Leben so mit sich bringt. Und außerdem: Wer sich für andere stark macht, gerät ganz schnell auch selber auf die Abschussliste, wie es Marc P. erging.

Seit zwölf Jahren arbeitete er in dieser Firma. Als freundlicher und hilfsbereiter Kollege wurde er von allen geschätzt. Bis zu dem Tag, als er einem neuen Team zugeordnet wurde – und damit auch einen anderen Vorgesetzten bekam. Er spürte ziemlich schnell, dass die Chemie zwischen ihnen nicht stimmte. Eines Tages kam es zum Streit, als er eine Kollegin in Schutz nahm, die der neue Chef vor allen anderen mit spitzer Zunge lächerlich und regelrecht fertig machte. Seitdem war er bei seinem Vorgesetzten unten durch. Immer mehr grenzte dieser ihn aus und ließ ihn spüren, wer das Sagen und die Macht hatte. Er bekam überhaupt kein Bein mehr auf den Boden. Und die Kollegen? – sie ließen ihn im Regen stehen. Sie schwiegen und sahen weg, wenn der Chef ihn überheblich anmachte und ungerecht behandelte. Keiner hatte die Courage, für ihn einzutreten und dem Chef zu sagen: So aber nicht!

So aber nicht! – dieses Wort sollte und muss immer und überall gesprochen werden, wo Menschen – von wem auch immer – ungerecht oder entwürdigend behandelt werden. So aber nicht! – das ist auch die Haltung Gottes, von dem es im Psalm 140 heißt, "dass der Herr des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird".

In der Bibel finden wir viele solcher Aussagen, dass Gott für die Machtlosen, Schwachen und Entrechteten Partei ergreift, dass Gott alle zuschanden macht, die in ihrem Herzen stolz und hochfahrend sind, dass er Mächtige vom Thron stößt und Niedrige empor hebt (Lk. 1,51-52).

In Gott haben alle, denen Unrecht und Ungerechtigkeit, Leid, Gewalt und Schmerzen angetan werden, einen unbestechlichen Fürsprecher. Jemanden, der nicht wegsieht, der nicht schweigt. Jemanden, der bei seiner Ehre geschworen hat: "Das Unrecht zu rächen ist meine Sache, sagt der Herr; ich werde Vergeltung üben" (Rö. 12,19). Darum wendet sich der Beter im Psalm 140 auch mit all seiner Not an Gott, den Herrn, breitet alle seine Verzweiflung vor ihm aus – und ruft ihn um Hilfe an. Denn es gibt letztlich nur einen, von dem wir Hilfe bekommen können: das ist Gott!
Errette mich, Herr, von den bösen Menschen. Durchkreuze die Pläne der Unheilstifter, die mich umringen! Lass ihre Machenschaften nicht gelingen; sie würden sonst noch überheblicher! Die Lügen, die sie über mich verbreiten, lass sie zurückfallen auf diese Verleumder! – so betet jener bedrängte Mensch in unserem Psalm. Und so dürfen auch wir beten – wo und wann immer wir von Menschen bedrängt werden, die uns mit ihren Machenschaften Unrecht und Böses antun.

Gott jedenfalls hat versprochen, des Elenden Sache zu führen und ihnen Recht zu schaffen. Er steht allen bei, die ihn um Hilfe bitten. Das hat auch Marc P. erlebt. In seiner Ausweglosigkeit rief er Gott um Hilfe an. Einige Wochen später wurde sichtbar, auf welche Weise er die Sache von Marc P. führte und ihm Recht schaffte. Das Management seiner Firma hat die Abteilung, in der er arbeitete, neu strukturiert und seinen Vorgesetzten mit einer anderen Aufgabe betraut. Übrigens: Der Vorgesetzte, der jetzt die Abteilung leitet, ist ein Mann mit Führungsqualitäten. Einer der weiß, wie wertvoll jeder engagierte Mitarbeiter für die Firma ist – und ihre Würde achtet.

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